Heute Meine Geschichte….
Mein bester Freund hat mal zu mir gesagt, dass ich aufschreiben sollte, was mir in meinem Leben so alles geschehen ist. Ich dachte, wenn ich all das schlimme, was ich schon erlebt hatte auf schreibe, müsste ich das noch einmal erleben und das könnte ich auf keinen fall, den dann müsste ich unweigerlich daran zerbrechen!!!
Heute weiß ich es besser, aber es fällt mir sehr schwer, denn ich denke dann, dass mir sowieso kein Mensch glauben kann. Das man soviel in einem Leben gar nicht erleben kann. Aber ich habe diese Sachen gesehen und erlebt und ich lebe trotzdem immer noch.
Also:
Ich wurde auf dem Land geboren, wir hatten einen kleinen Hof mit
Allerlei Tieren und Ackerbau. Auf dem Hof lebten noch zwei ältere Schwestern und zwei jüngere Brüder. Meine Mutter hatte aber noch drei weitere Kinder, die bei meiner Großmutter lebten und zu denen wir keinen Kontakt haben durften.
Das erste schlimme, was mir in Erinnerung geblieben ist, war das einer meiner Brüder verschwunden war und alle suchten nach ihm.
Mein Vater tobte und schrie meine Mutter an, dass sie hätte aufpassen sollen! Wir Kinder suchten überall und schließlich fand ich ihn in unserer Zisterne, er war darin Ertrunken. Diesen Anblick werde ich nie vergessen, ich war 5 Jahre alt.
Danach war nichts mehr wie es war. Mein Vater wurde zunehmen Aggressiver und eines Abends saß meine Mama in der Küche und hatte eine abgebrochene Flasche im Kopf stecken und der Landarzt stand daneben um Ihr die Wunde zu verarzten. Solche Augenblicke wie dieser spuken auch heute noch nachts in meinen Träumen herum und ich werde sie auch durch reden, nicht los.
Mit 6 ½ Jahren Drehte mein Vater völlig durch! Er sperrte uns Kinder in den Keller und drehte das Wasser auf. Er schraubte den Hahn ab, so dass wir es nicht wieder ab drehen konnten .Ich weiß noch, dass mich meine Grosse Schwester irgendwann auf ihre Schultern setzte, weil ich solch Angst hatte zu ertrinken und sehr geweint habe. Oben hörten wir meine Mutter, die um ihr Leben schrie. Wir hatten alle Todes Angst.
Dann wurde es still und das Wasser im Keller stieg unaufhörlich weiter. Das Wasser stand meiner Schwester schon am Halse, als meine Mutter mit einer Axt die Türe zum Keller einschlug und uns daraus befreite. Mein Vater lag total Besoffen in der Stube auf dem Sofa, er hatte Schaum vorm Mund und schlief. Mitten in der Nacht machten wir uns davon, erst mal zu einer Freundin meiner Mutter.
Später zogen wir in eine kleine Wohnung.
Aber dort wurde alles noch viel schlimmer. Meine Mutter fing in einer Kneipe an zu arbeiten und Sie Trank und brachte irgendwelche Typen mit, die sich dann an uns vergingen.
Und dann war da noch mein Vater, der regelmäßig bei uns auf schlug und dann ging dieser Terror weiter.
Auch in der Schule lief es nicht besser! Die Gegend in der wir lebten war ein Asiviertel, Sozialhilfeempfänger, Arbeitslose, Säufer und Drogensüchtige. Ich war ein typisches Opfer und das merkten auch meine ach so lieben Mitschüler.
Aus angst vor jenen, Pisste ich mir in die Hosen und dafür gab es dann Dresche Zuhause.
Irgendwann zogen wir um. Es war eine große Wohnung und ich hatte sogar mein eigenes Zimmer. Mittlerweile hatte meine Mutter nur noch Stammfreier die sich an uns vergingen und ich dachte, es wäre alles ganz normal. Meine Mutter hatte den Tagesablauf genau durchgeplant. Morgens Schule, dann mussten meine Grosse Schwester und ich ein Schulgebäude putzen, dann die Wohnung und um 16.30 Uhr ging es in eine Bank in der wir das Treppenhaus putzen mussten. Und am Abend kamen dann die Freier.
Das Geld brauchte sie um sich ihren Stoff zu besorgen. Essen gab es nicht wirklich viel. Oft saß ich hungrig in der schule und mir lief das Wasser im Munde zusammen, wenn die anderen ihre Pausenbrote hervor holten. Es war eine sehr schlimme Zeit, das kann ich euch sagen. Hunger ist so ziemlich das schlimmste für mich. Auch heute noch kann ich dieses schlimme Gefühl nicht vergessen!
Als ich ca. 10 Jahre alt war, zog meine Grosse Schwester aus.
Einer Ihrer Freier hatte sie dazu überredet, zu ihm zu ziehen. Meine
Mutter tobte.
Da wir, meine Grosse Schwester und ich immer dafür gesorgt hatten, dass die anderen Geschwister von allem übel fern gehalten wurden, blieb nun alles bei mir.
Irgendwann fing ich an Tabletten zu nehmen. Kappis, Valium u.s.w.
Meine Mutter hatte einen vollen Tablettenschrank und da sie ständig besoffen war, fiel es auch nicht auf.
2 Jahre nahm ich alles, was ich zu greifen bekam, denn anders konnte ich das elend nicht mehr ertragen.
Dann lernte ich Susanne kennen, eine Kifferin. Sie war 16 und merkte, was mit mir los war. Sie überredete mich einen Entzug bei ihr zu machen. Also machte ich mich vom Acker und machte den Entzug bei Ihr. Sie hatte eine Eigene Wohnung über ihren Eltern.
Ich kann Euch sagen, Tablettenentzug ist wahrscheinlich das schlimmste. Noch Jahre später hat man Schmerzschübe, schlimmer als Wehen. Meine Mutter hatte in der Zwischenzeit die Polizei und somit auch das Jugendamt am Hals, den ich war ja noch Schulpflichtig. Meine Freundin hatte Angst, denn auch ihre Eltern fragten sich mittlerweile, was wir dort oben trieben. So vergingen ca. 8 Wochen und, da ich über den größten Entzug hinweg war und sie nicht in Schwierigkeiten bringen wollte, ging ich wieder zurück.
Es gab Tierisch Ärger, das Jugendamt war jetzt im Haus und meine Mutter gezwungen, etwas zu ändern.
Die Freier blieben weg, das war erst einmal eine große Erleichterung.
Doch dann zog einer ihrer Säuferkumpanen bei uns ein und der stellte mir dann wieder nach. Mit ca.14 ½ Jahren, meine Mutter war bei einer Nachbarin, ging er wieder mal auf mich los. Als ich mich wehrte, schlug er mich. Ich schlug zurück, das erste mahl wehrte ich mich und ich trat ihn und schlug so auf ihn ein, bis er sich nicht mehr rührte. Meine Mutter kam, vom Krach aufgeschreckt, in die Wohnung. Sie schnappte mich und drückte mir die Kehle zu. Ich wollte sie nicht schlagen, aber ich musste, um mein leben zu retten. Also schlug ich zu und sie flog durch den Raum……. Dann lief ich raus, nur weg von da.
Irgendwann kam ich zur Besinnung. Erst wusste ich nicht wohin, aber dann fiel mir jemand ein. Er war ein Freund der Familie und er war der einzige, der sich liebevoll um uns gekümmert hatte.
Ich ging zu ihm und erzählte ihm, was passiert war. Er hatte schon länger den verdacht, dass wir missbraucht wurden, hatte aber nichts in der Hand um uns zu Retten.
Es Klingelte an der Haustüre, die Polizei stand unten. Erst wollte ich weg laufen, aber er überredete mich, mit denen zu reden, was ich dann auch tat. Nur über den Missbrauch konnte ich nicht reden.
Das Jugendamt wurde hinzu gezogen und es wurde beschlossen, dass ich unter Aufsicht vom J.A. eine eigene Wohnung beziehen durfte.
Ja und ab da hatte ich auch keinen großen Kontakt mehr zu meiner Familie. Ich trieb mich viel in der Punkszene rum. Viel von denen nahmen Heroin. Und so begann meine Heroinzeit. Ehrlich gesagt, weiß ich nicht mehr viel über diese zeit! Mein Freund war ein brutaler sadistischer Schläger. Er konsumierte alles was knallte. Pilze, Trips, Stechapfel, Heroin u.s.w.! Ich musste aus einem Hundenapf essen (natürlich am Boden), er nahm mich wann und wie er gerade Lust hatte, wenn er weg ging, nahm er die Sicherungen raus, damit ich nicht schnüffelte, dann saß ich rum, bis er wieder kam. Nur mit Drogen versorgte er mich fürsorglich! So war ich von ihm abhängig und ich sah für mich keinen Ausweg.
Mit 16 Jahren wurde ich schwanger. Ich bekam im 7 Monat einen kleinen Sohn. Er starb kurz nach der Geburt.
Dann lief alles weiter wie gehabt und mit 20 Jahren wurde ich erneut schwanger. Ich hörte sofort auf mit den Drogen und machte einen kalten Entzug, denn ich wollte dieses Kind!
Ohne Drogen war das leben mit ihm fast unerträglich.
Ich suchte mir eine Wohnung und zog aus, aber er ließ nicht ab von mir. Meine Grosse kam zur Welt und ich war von diesen wunderschönen Gefühlen total überwältigt. Ich wollte für dieses Kind ein besseres Leben als ich es gehabt hatte und all meine Energie galten diesem Kind!
Ich rauchte nicht mehr und auch alle anderen Drogen ließ ich erst mal hinter mir! Mein Kind war mir zu wichtig, als das ich es damit belasten wollte.
So, das ist der erste Teil meiner Teilung. Ich muss erst mal Luft holen! Ich danke Euch, dass ich mit euch teilen darf!
Ich wünsche euch gute 24 stunden, in Dankbarkeit, Jane
p.s. heute ist es auch nicht besser,aber ich lebe immer noch,ich bin mitlerweile 42!!!Scheisse!!!!14



















Oktober 24th, 2009 um 23:26
Oo krass… da sieht mein Leben dagegen wie das reinste Paradies aus….
wenn das alles so stimmt… dann mein herzliches Beileid… und ich freu mich für dich, dass du so die Kurve gekriegt hast…
ich leiste meinem Zivi bei der Drogenhilfe… hab also täglich mit junkies zu tun….
wünsch dir alles gute für die zukunft…
Oktober 28th, 2009 um 12:55
Du musstest wirklich erleben wie einer deiner Brüder ertrunken ist?!?
Ich gebe crazyman recht dagegen ist mein Leben auch (wenn ich auch ein paar schlimme dinge erlebt habe) ein Paradis…
hoffe dir wiederfähr nicht wieder so etwas….
November 5th, 2009 um 23:41
net schlecht. ähnlich wie bei mir, nur dass der tote im schweinestall mit zerschossenem schädel lag,ich 5 war etc.. aber meine mutter hat sich gewehrt und wir sind zu 2. abgehaun.
Dezember 16th, 2009 um 01:43
Mann, und ich hatte mich weil es bei mir beruflich nicht so läuft scheiße gefühlt. Du hattest echt nen Scheiß-Start ins Leben.
Laß Dich bitte nicht unterkriegen und mach das beste aus dem, was Du hast, bitte…
Dezember 29th, 2009 um 00:52
boah was hattest du für Scheiß-Eltern.
Noch dazu hast du alles durchgemacht und bist immer noch am Leben.
Du bist eine starke Frau,ich hätte das Ganze nicht hingekriegt.
Dezember 29th, 2009 um 16:06
Tja, was soll ich sagen? Ich schätze, es wurde alles gesagt. aber trotzdem, es tut mir so leid für dich! du scheinst ein guter mensch zu sein, ich wünsche dir alles, alles gute für die zukunft! Aber, hey: Das war die eine hälfte deiner erzählung. aber es war auch erst die eine hälfte deines Lebens! Du bist 42? naschön, der durschnitt liegt bei frauen glaub ich so bei 82, weiß net genau. Mach was draus! Es kann noch alles passieren!